Schelfkirche St. Nicolai

St. Nikolai ist der erste große Kirchenbau Mecklenburgs nach der Reformation im frühen 18. Jahrhundert und eine der wenigen barocken Backsteinkirchen in Norddeutschland. Der Zentralbau ist auf einem griechischen Kreuz errichtet. Nach Plänen des Ingenieurkapitains Jacob Reutz und nach dessen Tod von Leonhard Christoph Sturm vollendet, entsteht von 1708 – 1713 der Kirchenbau St. Nikolai mit Fürstenloge und Grablege in der Schelfstadt.
1853 beauftragte Friedrich Franz II. den Umbau der Innenausstattung der Kirche. Die durch Sturm verantwortete aufwändige Säulenstellungen des 18. Jh. wurden entfernt und die Kirche erhielt ihre neugotische Prägung im Innenraum. Mit der Verlegung der Grablege nach St. Nikolai, und der über das Kirchenschiff zu erreichenden Gruft der herzoglichen Familie, bekräftigten die mecklenburgischen Herzöge dieser Zeit, den Wandel hin zu einer aufgeklärten Regentschaft. Unterhalb der Orgel und erreichbar über den Turm liegt die Fürstenloge dem Altar gegenüber. Die seitlichen Emporen waren dem Militär vorbehalten.

Stil

1853 beauftragte Großherzog Friedrich Franz II. den Land Baumeister Voss und Baumeister Krüger mit der Erneuerung der Kirchenausstattung. Altargemälde und Taufstein schuf Gaston Lenthe, Tischler- und Bildhauerarbeiten an der Großherzoglichen Fürstenloge übernahmen Tischlermeister Möhrer und Bildhauer Scholinus, die Fenster schuf Ernst Gillmeister in Grisaille. Der Archivar Georg Friedrich Lisch ordnete die Bestattungen in der Gruft neu. Eine Gedenktafel im Chor der Kirche führte nun alle in der Gruft beigesetzten Mitglieder des Hauses Mecklenburg-Schwerin auf. In dieser neugotischen Ausstattung der Kirche inszeniert Friedrich Franz II. das Gedächtniss seiner Vorfahren im Haus Mecklenburg neu. Er selbst wird im bekrönenden landesherrlichen Wappen am kunstvoll gestalteten Herrschaftsstand präsent. Dieser ist unterhalb der Orgel auf der Westseite des Kirchenraumes angebracht und über den Turm zugänglich. Nach 1983 und 1990 wurden die stark beschädigten Fenster in Anlehnung an die erste Verglasung mit Antikglas erneuert.

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